Die Pariser Oper muss einen neuen Musikdirektor finden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Etienne Laurent/epa/dpa)

Nach dem überraschenden Rücktritt von Gustavo Dudamel sucht die Pariser Oper einen neuen Musikdirektor: Bislang sei noch nicht bekannt, wer die Funktion des venezolanischen Dirigenten übernehmen werde, bestätigte die Pariser Institution.

Wer die im September geplante Neuproduktion von Richard Wagners «Lohengrin» übernehmen soll, sei auch noch ungewiss. Nach nur rund zwei Jahren im Amt gab der 42-Jährige, der als Wunderkind am Dirigentenpult gilt, zur Überraschung vieler vor wenigen Tagen seinen Rücktritt bekannt.

In einem Interview mit dem Radiosender «France Musique» schloss der deutsche Intendant des Hauses, Alexander Neef, jedoch Dudamel als Gastdirigent nicht aus. Er würde sich sehr wünschen, dass Gustavo in Zukunft, vielleicht schon in der nächsten Saison, als Gastdirigent zurückkommen könnte.

Keine Eile

Mit der Ernennung eines Nachfolgers will sich Neef Zeit lassen. Man werde in die Entscheidung die Musiker des Opernorchesters einbeziehen. Es werde auf jeden Fall einen neuen Musikdirektor geben, wie er betonte, denn das Amt sei für das Haus wichtig.

Dudamel hatte erst im August 2021 sein ursprünglich auf sechs Jahre angelegtes Amt angetreten. Für seine Entscheidung gab er in der Pressemitteilung private Gründe an. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Man sei nicht im Bösen auseinander gegangen, betonte Neef dem Radiosender gegenüber. Damit spielte er auf die Annullierung von Konzerten in Wien und London Anfang des Jahres mit dem Opernorchester an. Die Gewerkschaften und die Oper konnten sich nicht über die Vergütung der Musiker auf der Tournee einigen.

Erst im Februar war bekannt geworden, dass Dudamel, der seit der Saison 2009/2010 auch an der Spitze der Los Angeles Philharmoniker steht, mit der Spielzeit 2026/27 Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker wird.