Jean-Michel Jarre: «2021 wird rocken, und das hat hier schon begonnen.» (Urheber/Quelle/Verbreiter: Stephane De Sakutin/AFP/dpa)

Mit einer fulminanten Musikshow vor der virtuellen Kulisse der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Elektropop-Pionier Jean-Michel Jarre (72) das neue Jahr eingeläutet. Der Künstler trat in seinem Pariser Studio auf, sein knallorangener Avatar am türkisen Mischpult stand in einer 3D-Modellierung des Gotikbaus auf der Bühne.

Das Event mit dem Namen «Welcome to the Other Side» (auf Deutsch: Willkommen auf der anderen Seite) entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Paris und Unesco und wurde auf mehreren Plattformen übertragen.

Jarre war mit «Oxygène» vor mehr als 40 Jahren international bekannt geworden. Eine überarbeitete Version war auch bei dem Silvesterkonzert zu hören, ebenso wie Stücke aus seinem Album «Electronica». Der Musiker hatte das Konzert vorab als eine Botschaft der Hoffnung und eine Hommage an Notre-Dame bezeichnet.

Mit dem Rhythmus der Musik bewegten sich bei dem Konzert in dem virtuellen Gotteshaus knallbunte geometrische Lichtinstallationen durch den Raum. Diagonale Balken schwebten mal Richtung Decke oder blitzten aus dem Säulengang heraus, während kurz später Quader durch das Mittelschiff flitzen. Die grellen, sich schnell bewegenden Lichter erinnern dabei an das für Elektroclubs typische Stroboskop-Licht.

Den Höhepunkt erreichte die knapp 50-minütige Show knapp nach Mitternacht. Ein Countdown leitete den Jahreswechsel ein. Die Zahl 2021 war an die Fassade des Monumentalbaus projiziert. Animiertes Scheinwerferlicht aus Hunderten von Lampen umhüllte die Kathedrale in warmen Farben zu hoffnungsvoller und schnell getakteter Musik. Auch startenden Raketen ähnelnde Sounds waren zu hören.

Jarre ließ das berühmte Pariser Wahrzeichen bei seiner Show wortwörtlich in neuem Licht erscheinen und kombinierte die ehrfürchtige Gotik-Optik des Baus mit seinen knalligen Farben und eckigen Formen. Die Thematik des Baus griff er in klanglichen und bildlichen Motiven auf. Manch Sound erinnerte an Kirchengesänge und Orgelmusik. In rotem Licht schwebten Steinfiguren und Rosettenelemente durch den virtuellen Bau.

Zum Ende der Show trat der Künstler dann noch einmal fast persönlich in Erscheinung. Sein orangen animiertes Computerwesen zersplitterte und für die letzte Nummer war das eingeblendete Bild des Musikers zu sehen. Als Botschaft gab er seinen Fans mit auf den Weg: «2021 wird rocken, und das hat hier schon begonnen.»

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