Mehr Diversität: Die Oscar-Akademie wandelt sich. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa)

Man kann sich keine Mitgliedschaft erkaufen, man wird berufen: Mit dem Ziel, vielfältiger zu werden, hat die Oscar-Akademie zahlreiche Frauen, Minderheitenangehörige und internationale Filmschaffende als neue Mitglieder eingeladen.

395 Künstler wurden ausgewählt, um künftig bei der Vergabe der Oscars mit abzustimmen. 46 Prozent der Einladungen seien an Frauen gegangen, knapp 40 Prozent der potenziellen Neuzugänge sind unterrepräsentierte ethnische Gruppen, mehr als die Hälfte internationale Filmschaffende. Das teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Donnerstag (Ortszeit) in Beverly Hills mit.

Der über 9000 Mitglieder starke Verband bemüht sich schon länger um mehr Diversität. Seit der Kontroverse im Jahr 2016 um die «weißen Oscars», als zum zweiten Mal in Folge bei den Nominierungen Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien völlig übersehen wurden, schöpft die Akademie bewusst aus einem vielfältigeren und auch jüngerem Pool.

In diesem Jahr stehen 25 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 49 Ländern auf der Einladungsliste. Zu den Dutzenden ausgewählten Darstellerinnen und Darstellern gehören die bulgarische Schauspielerin Maria Bakalova («Borat Anschluss Moviefilm») und die südkoreanische Oscar-Preisträgerin Youn Yuh Jung («Minari»), neben Stars wie Robert Pattinson («Tenet»), Vanessa Kirby («Mission: Impossible – Fallout») und Henry Golding («Crazy Rich»).

Der Weg in die Akademie führt über eine Oscar-Nominierung oder über andere besondere Verdienste um den Film. In den über ein Dutzend Sparten, darunter Regie, Kamera, Schnitt und Musik, stellen Schauspieler die größte Gruppe.

Musik-Stars wie die diesjährige Oscar-Gewinnerin H.E.R. («Fight For You»), Janet Jackson («Poetic Justice») und Leslie Odom, Jr. («One Night in Miami…») sind eingeladen, ebenso eine Reihe deutsche Talente wie Produzent Heino Deckert («Human Flow»), Szenenbildner Sebastian Till Krawinkel («A Hidden Life»), Filmeditorin Gesa Jäger («Tiger Girl») und der deutsch-rumänische Filmemacher Alexander Nanau («Kollektiv – Korruption tötet»). 

Von Barbara Munker, dpa