Ursula Karven (l), Schauspielerin, übergibt die Petition #TheLouderVoices an Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Schauspielerin Ursula Karven (56) macht sich mit einer Online-Petition gegen sexuelle Belästigung im Arbeitsleben stark. Diese überreichte sie am Donnerstag in Berlin Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Karven schreibt darin: «Seit über 35 Jahren höre ich erschütternde Geschichten von Sexismus, von sexueller Belästigung, Machtmissbrauch sowie physischer und psychischer Gewalt gegenüber Frauen.» Und auch sie selbst habe zahlreiche Erfahrungen dieser Art machen müssen.

«Darum weiß ich: Sexismus ist kein Einzelfall, sondern findet jeden Tag statt – in allen gesellschaftlichen Schichten, in allen Branchen, in allen Altersstrukturen. Weltweit.»

Online-Petition

Karven fordert die Politik auf, eine Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation zu unterstützen. Lambrecht, die auch Bundesfrauenministerin ist, begrüßte die Initiative der Schauspielerin. Es sei ein sehr wichtiges Anliegen. Lambrecht verwies auf Schritte, die unternommen wurden: etwa beim unbeobachteten Fotografieren («Upskirting»), beim Stalking und bei sexueller Belästigung, die mittlerweile ein Straftatbestand ist. Sie nannte zudem das für die Arbeitswelt wichtige, seit 15 Jahren bestehende allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Karven zeigte sich am Donnerstag beeindruckt, sagte aber auch: «Es reicht nicht, es kommt nicht an.» Sie plädierte dafür, dass in Unternehmen Hilfe und Beratung angeboten werden – nicht nur unternehmensintern, sondern auch mit externen Beratungsstellen.